DeutschdeDeutsch
Barrierefrei-Menü
Schrift
NormalGroßSehr groß
Dunkelmodus
AusEin
Bilder
AnzeigenAusblenden
Leichte Sprache
AusEin
Vorlesen
Vorlesen starten
Vorlesen pausieren
Stoppen

Am Weltkrebstag vom 4. Februar 2026 fordert SwissCAPA Politik, Bund und Kantone zum Handeln auf.

04.02.2026

In der Schweiz müssen wir die Krebsprävention stärken, Zugang zu Innovation ermöglichen und das Leben mit und nach Krebs (Cancer Survivorship) nachhaltig verbessern

World Cancer Day 2026
World Cancer Day 2026

Die Schweiz erarbeitet aktuell einen Nationalen Krebsplan 2026-2032. Das ist die Chance, nach Jahren ohne koordinierte Strategie verbindliche Regeln zu schaffen, nicht nur Empfehlungen. Zum ersten Mal werden Betroffene als eigenständige Stakeholder des Gesundheitssystems anerkannt; neben Politik, Bund und Kantonen, regulatorischen Behörden, Leistungserbringern und der pharmazeutischen Industrie. SwissCAPA (Swiss Cancer Patient’s Alliance) bringt sich aktiv in die Erarbeitung dieses Krebsplans ein, sodass die Perspektiven und Bedürfnisse der Betroffenen direkt in die nationale Strategie einfliessen.

Gleiche Chancen für Vorsorge, unabhängig vom Wohnort

Heute unterscheiden sich Screening und Präventionsangebote je nach Kanton. Das führt zu Ungleichheiten und verhindert wirksame Früherkennung. Wir fordern nationale, verbindliche Regeln für Aufklärung, Einladungen zu Vorsorgeterminen, Qualität und Finanzierung, für alle Menschen in der Schweiz.

Prävention ist eine Investition, kein Kostenfaktor

Die Zahl der Krebsfälle nimmt in der Schweiz unter anderem auch aufgrund von Bevölkerungswachstum und Alterung zu. Doch auch junge Menschen können die Diagnose Krebs erhalten. Ohne starke Prävention steigen Krankheitslast und volkswirtschaftliche Folgekosten weiter. Prävention gehört ins Budget und die Verantwortung des Bundes, und zwar als strategische Investition.

Leben mit und nach Krebs (Cancer Survivorship) ist die neue Realität, Krebs wird zur chronischen Erkrankung

Dank medizinischem Fortschritt - von zielgerichteten Therapien und Immuntherapien über Weiterentwicklungen in der Radiotherapie, Nuklearmedizin bis hin zu präziseren diagnostischen Verfahren - überleben immer mehr Menschen eine Krebserkrankung und leben über Jahre oder Jahrzehnte mit der Krankheit. Für hunderttausende Betroffene wird Krebs damit faktisch zu einer chronischen Erkrankung, verbunden mit einem kontinuierlichen Versorgungsbedarf im Alltag.
Gleichzeitig zeigen nationale Daten ein erhöhtes Risiko für Zweittumoren, insbesondere bei jungen Betroffenen sowie nach intensiver oder multimodaler Behandlung. Deshalb müssen Nachsorge und Zweittumoren-Screening national standardisiert und finanziert werden. 

Präzisionsmedizin jetzt regeln, bevor der Fortschritt uns überholt

Mit Präzisionsmedizin (genomische Diagnostik, molekulare Tests, Kombinationstherapien) wachsen die Chancen auf bessere Behandlungsresultate und der Bedarf an klaren Regeln für wissenschaftliche Hinweise, Qualität, Datennutzung (oMDS/Registrierung*) und Erstattung. Wer heute Standards setzt, verhindert morgen teure AdhocLösungen und Ungleichheit. Der Nationale Krebsplan muss Präzisionsmedizin verbindlich adressieren.

*oMDS onkologischer Minimaldatensatz (z. B. Diagnosedaten, Tumorcharakteristika, Therapien, Outcomes), der in Spitälern/Registern gleich erfasst und genutzt wird.


Schneller und fairer Zugang zu Innovation

Moderne Diagnostik und Therapien verbessern Überleben und Lebensqualität. Wir fordern schweizweit einheitliche, fristgebundene Verfahren für Preisfestsetzung und Vergütung, damit neue Entwicklungen rasch bei den Patient:innen ankommt.

Aktuell wird auch „Tag Null“ diskutiert: eine vorläufige Vergütung ab dem Tag der SwissmedicZulassung, um die Versorgungslücke bis zum BAGPreisentscheid zu überbrücken. Das unterstreicht den Reformbedarf: wir wollen klare, fristgebundene Prozesse statt Übergangslösungen.

  • Zeit bis zur Erstattung reduzieren: Die Phase zwischen SwissmedicZulassung und BAGPreis-/Erstattungsentscheid muss transparent, fristgebunden und patientenorientiert sein.
  • Art. 71a-71d KVV (Einzelfallvergütung) ist eine Ausnahmeregelung/Brücke und soll schrittweise abgelöst werden, zugunsten standardisierter, digitaler und transparenter Prozesse für schnelleren, gesicherten und gerechten Zugang.

Als Betroffene rufen wir Politik, Bund und Kantone zum Handeln auf:

  • Bund: Nationale ScreeningStandards mit Monitoring & Finanzierung verbindlich festlegen; Prävention als Investition budgetieren; klare Fristen und digitale, transparente Verfahren für Erstattung/Preis festlegen.
  • Kantone: Programme harmonisieren und z.B. junge Erwachsene gezielt erreichen (Aufklärung, Risikostratifikation; z. B. Darmkrebs bei Jüngeren).
  • Politik/Parlament: Den Nationalen Krebsplan mit Verbindlichkeit, Fristen und Berichtspflichten beschliessen, sonst bleibt er ein Papiertiger.

SwissCAPA stärkt die Stimme der Betroffenen als Partner in der Gestaltung des Nationalen Krebsplans. Wir setzen uns ausserdem insbesondere ein für Prävention, Cancer Survivorship (Krebs als chronische Erkrankung), Präzisionsmedizin und fairen Zugang zu Innovation.

World Cancer Day
World Cancer Day
Diese Webseite verwendet ausschliesslich technisch notwendige Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung zu. Datenschutzinformationen